Einträge getaggt für ‘Kreatives Schreiben’

Kreatives Schreiben: (Auto-)Biografisches Schreiben

Mittwoch, August 7th, 2013

Eine Autobiografie zu schreiben heißt, sich in die eigene Vergangenheit zu begeben, den Blick zurückzurichten. Es wird eine spannende Reise werden und es kann eine Reise zu Ihrem wahren Ich werden. Sie können Ihre (Auto-)Biografie chronologisch oder in einzelnen Geschichten oder Anekdoten erzählen.

In der Hauptsache gibt es zwei verschiedene Formen von (auto-)biografischem Schreiben:

Folgt die Darstellung einer Lebensgeschichte dem tatsächlichen Ablauf der Ereignisse, nennt man sie chronologisch. Es ergibt sich eine zusammenhängende Biografie, die einzelnen Episoden bauen aufeinander auf. Die zweite Möglichkeit bilden die Geschichtensammlungen aus unterschiedlichen, mehr oder weniger locker verbundenen Lebensgeschichten.

Auch wenn es sich um Ihre Autobiografie handelt, ist es wichtig, dass Sie dem Leser ermöglichen, sich mit Ihrem Text zu identifizieren.

Ihnen stehen die unterschiedlichsten Hilfsmittel zur Verfügung, um die Geschichte Ihres Lebens zu erzählen: Tagebücher, Autobiografien anderer Menschen, Fotoalben oder Videofilme, Familien- oder Klassentreffen. All dies gibt ihnen die Gelegenheit, Rückschau zu halten und Ihr Leben zu einer zusammenhängenden und damit sinnvollen Geschichte zu ordnen. Eine Autobiografie ist immer eine subjektive Betrachtung eines Lebens.

Bevor Sie nun anfangen, sollten Sie sich selbst ein paar Fragen beantworten:

  • Wollen Sie ihre Autobiografie schreiben, um sich etwas von der Seele zu reden?
  • Wollen Sie einfach nur Ihren Erinnerungen und Gedanken freien Lauf lassen?
  • Schreiben Sie nur für sich, oder wollen Sie etwas an nachfolgende Generationen weitergeben?

Worauf warten Sie noch? Viel Spaß beim Schreiben.

Diesen und weitere Tipps & Tricks zum Schreiben eigener Geschichten und Texte finden Sie in dem Buch Brockhaus Kreatives Schreiben.

Kreatives Schreiben: Anschaulich Schreiben und den Leser fesseln

Dienstag, Juli 9th, 2013

Der Slogan „Show, don’t tell“, der übersetzt so viel heißt wie „Zeige, erzähle nicht”, beinhaltet eines der wichtigste Stilmittel im Film und in der Literatur.

Gleichgültig, was Sie schreiben, ob Roman, Kurzgeschichte oder Reportage, zeigen Sie Ihren Lesern, was Sie sehen, riechen, schmecken, fühlen oder hören sollen. Schildern Sie, was das Zeug hält. Erzählen Sie nicht über etwas, sondern erzählen Sie von etwas. Vermeiden Sie, dem Leser etwas erklären zu wollen. Der Unterschied ist eigentlich ganz einfach: Wenn Sie Ihrem Leser etwas erklären, hat er den Eindruck, er bekomme etwas bereits Erlebtes aus zweiter Hand. Wenn Sie es ihm aber schildern, quasi in Bilder zeigen, geben Sie ihm das Gefühl, selbst etwas zu erfahren, zu erleben, also aktiv dabei zu sein.

Es gibt vier Ebenen, auf denen Sie Gefahr laufen, ins Erklären oder ins Darüber-Erzählen zu verfallen:

  • wenn Sie etwas beschreiben, das vor der eigentlichen Geschichte passiert ist,
  • wenn Sie die Figuren charakterisieren,
  • wenn Sie Sinneseindrücke oder Gefühle wiedergeben oder
  • wenn die Charaktere sprechen.

Nun ein paar Beispiele für „Show, don’t tell“. Überlegen Sie, welche Gefühle hier im Einzelnen durch Handlung beschrieben sind?

  • Er warf die Blumen auf den Boden.
  • Seine Stimme überschlug sich.
  • Sie kaute auf ihren Lippen herum.

Diesen und weitere Tipps & Tricks zum Schreiben eigener Geschichten und Texte finden Sie in dem Buch Brockhaus Kreatives Schreiben.

Kreatives Schreiben: Aller Anfang ist schwer…

Mittwoch, Juni 19th, 2013

An dieser Stelle wollen wir Ihnen einige Tipps geben, wie Sie in Ihrem Buch einen gelungenen Anfang schreiben. Die erste Seite eines Buches ist sehr wichtig. Sie muss den Leser in seinen Bann ziehen, damit er das Buch auf keinen Fall wieder aus der Hand legen möchte. Stellen Sie den zentralen Konflikt der Geschichte also direkt am Anfang dar.

Raymond Chandler hat hierfür in in seinem Buch „Der große Schlaf“ ein gutes Beispiel gegeben:

„Es war gegen elf Uhr morgens, Mitte Oktober, ein Tag ohne Sonne und mit klarer Sicht auf die Vorberge, was klatschkalten Regen verhieß. Ich trug meinen kobaltblauen Anzug mit dunkelblauem Hemd, Schlips und Brusttaschentuch, schwarze Sportschuhe und schwarze Wollsocken mit dunkelblauem Muster. Ich war scharf rasiert, sauber und nüchtern – egal nun, ob’s einer merkte. Ich war haargenau das Bild vom gut gekleideten Privatdetektiv. Ich wurde von vier Millionen Dollar erwartet.“

Nach diesen ersten Sätzen fällt es schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Raymond Chandler hat es geschafft, Spannung aufzubauen. Der Leser stellt sich nun die Fragen, worum es geht und vor allem, wie es weiter geht. Chandler hat seinen Leser am Haken.

Gelungene Anfänge haben folgendes miteinander gemeinsam:

–          Sie erregen die Aufmerksamkeit des Lesenden.

–          Sie ziehen den Leser in die Realität des Erzählers hinein.

–          Der erste Absatz legt den Ton der Geschichte fest, er etabliert die Erzählstimme.

–          Ein gelungener Anfang enthält einen Hinweis auf die Idee, schöpferische Absicht des Autors.

Schreibübung

Denken Sie sich ein Thema aus. Leiten Sie den Plot ab und versuchen Sie, den ersten Absatz zu schreiben, indem Sie diese Aspekte berücksichtigen. Wenn Ihnen die erste Fassung nicht gefällt, überarbeiten Sie sie. Der erfolgreiche Autor Ernest Hemingway sagt über den ersten Satz folgendes: „The first draft of anything is shit.“ Lassen Sie sich also nicht entmutigen. Wieso sollte es Ihnen besser ergehen als den besten Autoren der Welt?

Diesen und weitere Tipps & Tricks zum Schreiben eigener Geschichten und Texte finden Sie in dem Buch Brockhaus Kreatives Schreiben.

Kreatives Schreiben: Die Wichtigkeit des Plots

Montag, Mai 6th, 2013

Der Plot ist der rote Faden in einer Geschichte und dient als Rahmenplan für den sachlichen Zusammenhang. Die allermeisten Romane, Theaterstücke oder Filme haben einen erkennbaren Plot.

Ein gut konstruierter und nachvollziehbar dargestellter Plot hält beim Leser das Interesse an der Geschichte wach – aber auch beim Schreibenden.

Stellen Sie sich einmal vor, Ihr Roman ist fertig und Sie wollen ihn einer Agentin oder einem Verlagslektor vorstellen. Man wird Sie als Erstes nach dem Thema fragen. Da sollten Sie eine Kurzfassung Ihrer Geschichte in ein bis zwei Sätzen parat haben. Denken Sie an Thomas Manns Roman „Buddenbrooks“. Das Thema dieses sehr umfangreichen Epos könnte man mit dem folgenden Satz zusammenfassen: „Der Roman erzählt vom allmählichen Niedergang und Verfall der ehemals wohlhabenden und angesehenen Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook.“

Trotz der Kürze wird hier die Fallhöhe der Hauptfiguren angedeutet, das macht den Leser des Satzes neugierig: Wie wird diese Geschichte ausgearbeitet sein, wie entfaltet der Autor die Tragik des Themas?

Wenn Sie Ihr Thema interessant genug vermarkten, ist dies Ihre Chance, dem Verlag Ihr Exposee vorzulegen. Auch hier ist es wieder sehr wichtig, den roten Faden nicht zu verlieren, denn auch hier haben Sie nicht unendlich viel Platz, in Ihrer Geschichte weit auszuholen. Ihr Exposee muss dem Lektor Appetit auf mehr machen, um ihm endlich das Manuskript vorlegen zu dürfen.

Schauen Sie also nicht, wie sich die Geschichte beim Schreiben entwickelt, sondern arbeiten Sie rechtzeitig – nämlich bevor Sie sich zum Schreiben niedersetzen – zumindest einen Entwurf für den Handlungsverlauf aus. So wird Ihnen das Schreiben gleich viel leichter fallen und Sie verlieren Ihren Plot nicht so schnell. Sie können ihn auch als inneren Wegweiser ansehen.

Versuchen Sie doch einmal diese Schreibübung:

Beschreiben Sie stichwortartig für jede der folgenden Geschichten den zentralen Konflikt.

  • „Romeo und Julia“ von William Shakespeare
  • “Robinson Crusoe” von Daniel Defoe
  • “Der Glöckner von Notre Dame” von Viktor Hugo

Wählen Sie eine der drei Geschichten aus und skizzieren Sie in zwei bis drei Sätzen ihren Plot.

Viel Spaß dabei!

Diesen und weitere Tipps & Tricks zum Schreiben eigener Geschichten und Texte finden Sie in dem Buch Brockhaus Kreatives Schreiben.

Kreatives Schreiben: Sich einfach etwas vorstellen

Freitag, April 26th, 2013

Es ist manchmal gar nicht so leicht, seine Gedanken in Worte zu fassen. Dabei wollen wir Ihnen helfen. Wir werden von nun an einige interessante Einträge zum Thema „Kreatives Schreiben!“ posten und hoffen natürlich, Ihnen so die Schreibarbeit ein bisschen zu erleichtern. Probieren Sie unsere Tipps einfach mal aus.

Die Vorstellungskraft ist beim Schreiben unerlässlich. Sprache und Bilder gehören eng zusammen. Wenn man geschickt mit Sprache umgeht, werden Wörter und Sätze unmittelbar zu Bildern vor Ihrem inneren Auge führen. Sie können den Prozess bewusst steuern. Sie können sie zum Leben erwecken, in Ihren inneren Bildern umhergehen und sie wieder verlassen.

Aber Ihre inneren Bilder können auch ein Eigenleben führen. Ihre Vorstellungskraft produziert oft Bilder, von denen Sie überrascht werden, die Sie nicht an reale Eindrücke koppeln können. Ist es nicht wunderbar, wie viel Fantasie Sie haben? Je offener Sie sind, je freier die Gedanken fließen, desto mehr Bilder werden Ihnen durch den Kopf schießen.

Probieren Sie es doch einfach einmal aus: Nehmen Sie sich ein Ihnen unbekanntes Buch zur Hand, lesen Sie die erste Seite und malen Sie sich dann aus, wie die Geschichte weiter gehen könnte. Wie sind die Landschaften? Wie geht es weiter? Welche Charaktereigenschaften haben die Figuren? Bestimmt haben Sie nun eine Menge Bilder im Kopf und Sie sehen, es ist gar nicht so schwierig, sich etwas vorzustellen.

Diesen und weitere Tipps & Tricks zum Schreiben eigener Geschichten und Texte finden Sie in dem Buch Brockhaus Kreatives Schreiben.